Endometriose ist eine chronische, aber gutartige Frauenerkrankung, über deren Entstehung viele Theorien existieren, deren genaue Ursache nach wie vor noch unbekannt ist. In Deutschland gehen Fachleute von bis zu 40.000 jährlichen Neuerkrankungen aus.
Als Endometriose bezeichnet man Zellveränderungen, so genannte Endometrioseherde, die der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnlich sind, im Unterleib auftreten und den weiblichen hormonellen Schwankungen unterliegen. In manchen Fällen können die Endometrioseherde auch außerhalb der weiblichen Genitalien, in seltenen Fällen außerhalb des kleinen Beckens, auftreten und schlimmstenfalls Organzerstörungen hervorrufen. Dementsprechend gibt es verschiedene Klassifizierungen und erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Wachtumstypen, Aktivitäten, Symptomatiken und die möglichen Therapien.
Der Schweregrad der Endometriose und die Ausdehnung der Herde selbst stehen nicht immer im Zusammenhang mit der Intensität der Schmerzen und Beschwerden. Die Symptomatiken sind uncharakteristisch und können sich bei jeder Frau in verschiedenen Facetten darstellen. Auch einzelne und kleinste Herde können erhebliche Schmerzen bereiten.
Eine Bauchspiegelung ist die einzig sichere Methode, um die Endometrioseherde zu lokalisieren, den Schweregrad sowie den Wachstumstyp zu bestimmen und gegebenenfalls direkt zu entfernen. Letztlich bringt nur eine Biopsie den gesicherten feingeweblichen Nachweis (Histologie). Das Entartungsrisiko dieser Erkrankung ist äußerst gering.
Nach Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnosestellung vergehen im Mittel immer noch bis zu 6 Jahre. Aufgrund der Komplexität dieser Erkrankung ist es bei Verdacht sinnvoll, sich in die Hände eines Endometriosespezialisten zu begeben und unterstützend Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe/-organisation zu suchen.